COPE 6

Der von Lauer et al. (2025) entwickelte COPE 6 umfasst funktionale und dysfunktionale Coping-Strategien und bezieht sich hierbei auf die Definition von Frydenberg (2014). Funktionale Coping-Strategien umfassen hierbei einen direkten Umgang mit den Herausforderungen der Situation, die zum Beispiel im Rahmen der häuslichen Pflege entstehen. Dysfunktionale Coping-Strategien sind hingegen ein langfristig gesehen „ungünstiger“ Umgang mit der Situation. Der COPE 6 umfasst nur noch sechs Items und ist demnach sehr zeitökonomisch anwendbar.

Der COPE 6 kann in folgenden Sprachen heruntergeladen werden: Deutsch, Englisch.

Pflegende An-/Zugehörige können die Pflege einer ihr nahestehenden Personals Belastung wahrnehmen, aber auch einen persönlichen Gewinn in ihrer Tätigkeit sehen. Für beide Aspekte der häuslichen Pflege wurden Skalen entwickelt („Häusliche-Pflege-Skala“ für die Pflegebelastung, „Benefits of Being a Caregiver Scale“für persönlichen Zugewinn). Da informelle Pflege (durch pflegende An-/Zugehörige) sehr häufig die Versorgung eines pflegebedürftigen Menschen zuhause sichert, jedoch ebenso oft eine große Herausforderung darstellt, in der Coping-Strategien notwendigerweise angewandt werden müssen, ist es für den Verlauf der häuslichen Pflege oft wegweisend zu verstehen, auf welche Coping-Strategien im Einzelfall zurückgegriffen wird. Hierfür wurde der COPE 6 entwickelt.

Der COPE 6 ist eine Selbsteinschätzungsskala zur Erfassung von funktionalen und dysfunktionalen Coping-Strategien. Validiert wurde das Instrument in einer Stichprobe pflegender An-/Zugehöriger.

In Forschungsprojekten zu pflegenden An-/Zugehörigen ist es sinnvoll, auch die Coping-Strategien der pflegende An-/Zugehörige zu ermitteln. Basierend darauf lassen sich Maßnahmen gezielter entwickeln, um die Stressbelastung der pflegenden An-/Zugehörigen zu reduzieren. Hier finden Sie Artikel, die mit dem COPE 6 forschen.

Der COPE 6 wurde 2025 von Lauer und Kolleginnen/Kollegen validiert. Die Ergebnisse dieser Validierungsstudie finden sich hier zum Nachlesen.

Der COPE 6 ist eine Selbsteinschätzungsskala und umfasst 6 Items zu Coping-Strategien. Die jeweiligen Items werden auf einer Likert-Skala (5 Abstufungen) gemessen (4 = Trifft voll zu, 3 = Trifft eher zu, 2 = Trifft teilweise zu, 1 = Trifft eher nicht zu, 0 = Trifft gar nicht zu). Es gibt zwei Subskalen: Funktionale Coping-Strategien (Item 1, 3, 5, 6) und dysfunktionale Coping-Strategien (Item 2, 4). Die COPE 6 kann hier heruntergeladen werden. 

Die finale Version des COPE 6 umfasst folgende Items: 

  1. Ich habe mich darauf konzentriert, etwas an meiner Situation zu verändern.
  2. Ich habe Alkohol oder andere Mittel zu mir genommen, um mich besser zu fühlen.
  3. Ich habe Aufmunterung von anderen erhalten.
  4. Ich habe es aufgegeben, mich damit zu beschäftigen.
  5. Jemand hat mich getröstet und mir Verständnis entgegengebracht.
  6. Ich habe versucht, von anderen Menschen Rat oder Hilfe einzuholen.

Auswertung und Interpretation:

Vier Items beziehen sich auf die funktionalen Coping-Strategien (Items 1, 3, 5, 6), während zwei Items (Item 2 & 4) dysfunktionale Coping-Strategien ermitteln. Die Auswertung erfolgt getrennt für beide Subskalen.

(1) Punktwert je Item: Entsprechend der verwendeten Likert-Skala werden jedem Item der spezifische Wert (0 – 4 Punkte) zugeordnet. 

(2) Bildung des Summenwertes: Vier Items beschreiben funktionale Coping-Strategien, während zwei Items dysfunktionale Coping-Strategien messen. Es wird die Punktsumme der jeweiligen Subskala gebildet. 

(3) Interpretation des Summenwertes: Die Spannweite des Summenwertes für die Subskala „Funktionale Coping-Strategien“ reicht von 0 bis 16 Punkten. Die Spannweite des Summenwertes „Dysfunktionale Coping-Strategien“ reicht von 0 bis 8 Punkten. Höhere Werte zeigen eine häufigere Nutzung dieser Kategorie der Coping-Strategien (funktional bzw. dysfunktional) an.  

Carver, C. S., Scheier, M. F., & Weintraub, J. K. (1989). Assessing coping strategies: a theoretically based approach. Journal of personality and social psychology56(2), 267.

Carver, C. S., & Scheier, M. F. (2012). Attention and self-regulation: A control-theory approach to human behavior. Springer Science & Business Media.

Lauer, N., Graessel, E., Hinkl, P., Rohleder, N., & Pendergrass, A. (2025). Coping strategies in challenging situations among informal caregivers: validation of the newly developed six-item German short version of the Brief COPE Inventory (COPE 6). BMC psychology.

Lazarus, R. S. (1966). Psychological stress and the coping process.

Lazarus, R. S., & Folkman, S. (1984). Stress, appraisal, and coping (Vol. 445). Springer.

Hier können Sie sich anmelden, um den COPE 6 herunterzuladen.

! Die Verantwortlichen dieser Website garantieren, dass alle bei der Registrierung angegebenen Informationen vertraulich behandelt werden, insbesondere dass sie nicht an Dritte weitergegeben werden.

Der Download ist nur für eine nicht-kommerzielle Nutzung gestattet, das bedeutet im Einzelnen, dass

  1. für die befragte Person, die das Selbstbeurteilungs-Instrument ausfüllt, keine unmittelbaren (direkten) Kosten entstehen (eine Abrechnung als Krankenkassenleistung durch Dritte, z.B. durch Ärztin und Ärzte ist möglich) und
  2. der COPE 6 nicht im Rahmen eines kombinierten Befragungstools bestehend aus mehreren Befragungsinstrumenten in irgendeiner Form an Dritte weiterverkauft wird (z. B. als Teil eines größeren, kostenpflichtigen Assessment-Instruments).