Coping-Strategien (Bewältigungsstrategien) sind Mechanismen und Prozesse (kognitiv, affektiv und verhaltensbezogen), die ein Individuum anwendet, um mit internen und externen Stressoren umzugehen. Sie sind auch in der häuslichen Pflege bei pflegenden An-/Zugehörigen relevant.
Die Bedeutung von Coping-Strategien basiert vor allem auf dem transaktionalen Stressmodell von Lazarus und Folkman, das zwischen zwei Coping-Strategien unterscheidet: emotionsfokussiertes und problemfokussiertes Coping (Lazarus, 1966; Lazarus und Folkman, 1984). Carver und Kollegen entwickelten basierend auf dem transaktionalen Stressmodell die Selbstregulationstheorie (Carver et al., 1989). Hierbei ergänzten sie das Modell der Coping-Strategien um dysfunktionale („ungünstige“) Strategien, die neben den funktionalen („günstigen“) emotions- und problemfokussierten Coping-Mechanismen wirken können.
Der von Lauer et al. (2026) entwickelte COPE 6 umfasst funktionale und dysfunktionale Coping-Strategien und bezieht sich hierbei auf die Definition von Frydenberg (2014). Funktionale Coping-Strategien umfassen hierbei einen direkten Umgang mit den Herausforderungen der Situation, die zum Beispiel im Rahmen der häuslichen Pflege entstehen. Dysfunktionale Coping-Strategien sind hingegen ein langfristig gesehen „ungünstiger“ Umgang mit der Situation.
Der COPE 6 basiert auf dem Brief Coping Orientation to Problems Experienced (Brief COPE) Inventory von Carver (1997), der mehrfach validiert und übersetzt wurde. Dennoch zeigt der Brief COPE Weiterentwicklungsbedarf. Um diesen zu adressieren, wurde der COPE 6 entwickelt und validiert (Lauer et al., 2026). Der COPE 6 umfasst nur noch sechs Items und ist demnach sehr zeitökonomisch anwendbar.
Carver, C. S., Scheier, M. F., & Weintraub, J. K. (1989). Assessing coping strategies: a theoretically based approach. Journal of personality and social psychology, 56(2), 267.
Carver, C. S. (1997). You want to measure coping but your protocol’too long: Consider the brief cope. International journal of behavioral medicine, 4(1), 92-100.
Carver, C. S., & Scheier, M. F. (2012). Attention and self-regulation: A control-theory approach to human behavior. Springer Science & Business Media.
Lauer, N., Graessel, E., Hinkl, P., Rohleder, N., & Pendergrass, A. (2025). Coping strategies in challenging situations among informal caregivers: validation of the newly developed six-item German short version of the Brief COPE Inventory (COPE 6). BMC psychology.
Lazarus, R. S. (1966). Psychological stress and the coping process.
Lazarus, R. S., & Folkman, S. (1984). Stress, appraisal, and coping (Vol. 445). Springer.
Six-Item Short Version of the Brief Coping Orientation to Problems Experienced (Brief COPE) Inventory (COPE 6)