Coping-Strategien sind Methoden und Mechanismen (kognitiv und verhaltensbezogen), die ein Individuum anwendet, um mit Stressoren umzugehen. Sie sind auch in der häuslichen Pflege bei pflegenden An-/Zugehörigen relevant.
Die Bedeutung von Coping-Strategien basiert vor allem auf dem transaktionalen Stressmodell von Lazarus und Folkman, das zwischen zwei Coping-Strategien unterscheidet: emotionsfokussiertes und problemfokussiertes Coping (Lazarus, 1966; Lazarus und Folkman, 1984). Carver und Kollegen entwickelten basierend auf dem transaktionalen Stressmodell die Selbstregulationstheorie (Carver et al., 1989; Carver et al., 1981). Hierbei ergänzten Carver und Kollegen das Modell der Coping-Strategien um dysfunktionale („ungünstige“) Strategien, die neben den funktionalen („günstigen“) emotions- und problemfokussierten Coping-Mechanismen wirken können.
Der von Lauer et al. (2025) entwickelte COPE 6 umfasst funktionale und dysfunktionale Coping-Strategien und bezieht sich hierbei auf die Definition von Frydenberg (2014). Funktionale Coping-Strategien umfassen hierbei einen direkten Umgang mit den Herausforderungen der Situation, die zum Beispiel im Rahmen der häuslichen Pflege entstehen. Dysfunktionale Coping-Strategien sind hingegen ein langfristig gesehen „ungünstiger“ Umgang mit der Situation.
Es gibt verschiedene Messinstrumente, die das Ziel haben, Coping-Strategien zu erfassen. Beispielsweise wurde der Brief Coping Orientation to Problems Experienced (Brief COPE) Inventory von Carver (1997) entwickelt, der mehrfach validiert und übersetzt wurde. Dennoch zeigt der Brief COPE Weiterentwicklungs-Bedarf. Um diesen zu adressieren, wurde der COPE 6 entwickelt und validiert (Lauer et al., 2025). Der COPE 6 umfasst nur noch sechs Items und ist demnach sehr zeit-ökonomisch anwendbar.
Carver, C. S., Scheier, M. F., & Weintraub, J. K. (1989). Assessing coping strategies: a theoretically based approach. Journal of personality and social psychology, 56(2), 267.
Carver, C. S., & Scheier, M. F. (2012). Attention and self-regulation: A control-theory approach to human behavior. Springer Science & Business Media.
Lauer, N., Graessel, E., Hinkl, P., Rohleder, N., & Pendergrass, A. (2025). Coping strategies in challenging situations among informal caregivers: validation of the newly developed six-item German short version of the Brief COPE Inventory (COPE 6). BMC psychology.
Lazarus, R. S. (1966). Psychological stress and the coping process.
Lazarus, R. S., & Folkman, S. (1984). Stress, appraisal, and coping (Vol. 445). Springer.
Mild Behavioral Impairment Scale (MBI-S); Mild Cognitive Impairment (MCI); Mild Behavioral Impairment (MBI)